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Trirhena: Ausflug ins Museums Bergwerk Schauinsland- November 2002
Voller Abenteuerlust und Pioneergeist entschlossen wir uns das ca. eine halbe Stunde Fahrzeit von Freiburg entfernte, im Schauinsland gelegene Museums- Bergwerk zu besuchen. Das Kulturerbe entstand vor ca. 800 Jahren auf der Suche nach Silber, Blei und Zink. Über eine Länge von ca. 100 km erstreckt sich das Grubengelände als das größte des Schwarzwaldes und der Vogesen.
Sämtliche, für den Abbau von Metallerz typischen Bergbauperioden können hier besichtigt und erlebt werden. Neben den anfänglich, mühsam mit der Hand herausgemeißelten, engen Stollengängen führt einen der Besuch bis hin zu großen, durch Sprengungen mit Dynamit im
20. Jahrhundert, geschaffenen Abbauhohlräumen.
Die sich für Besucher ergebende Atmosphäre ist einzigartig und verlangt neben dem kulturgeschichtlichen Interesse auch tatsächlich eine Portion Abenteuerlust und körperliche Fitness. So wurde unser Besuch durch das an diesem Tag herrschende, kalte und regnerische
Wetter, die früh einbrechende Dunkelheit schon beim Verlassen des Parkplatzes zu einer
kleinen Expedition. Bekleidungsmäßig den Witterungen entsprechend angepasst, fühlten wir
Jung- Kiwanier uns gut gerüstet. Dieses Gefühl schwand jedoch bereits beim ca. 5 Minuten andauernden Fußweg in vollster Dunkelheit und (aller guten Ausrüstung zum Trotz) fehlenden Taschenlampen. Freudig kamen wir schließlich zu dem Eingang des Bergwerkes, wo uns der Führer in Empfang nahm und uns zunächst mit dicken Handschuhen, Berghelmen und (oh Wunder) entsprechender Beleuchtung ausstattete. Im Gegensatz zu den draußen herrschenden Temperaturen empfanden wir die im Bergwerk, kontinuierlich herrschenden 8 Grad Celsius als äußerst angenehm. Nach den ersten paar Metern erhielten wir eine kulturgeschichtliche Einführung über das, was wir in den nächsten 2 Stunden der Führung erleben sollten. Die bereits anfänglich ausgesprochenen Warnungen über Probleme mit Platzangst und Höhendifferenzen wurden zur Kenntnis genommen, bekamen für den einen oder anderen jedoch bei der praktischen Erfahrung eine durchaus andere Qualität.
So begann die erste Zeit mit einem, scheinbar nicht endend wollenden Abstieg in die Tiefe.
Die, von uns gewählte, längste von insgesamt drei angebotenen Touren führt über bis zu sechs
Meter lange Metallleitern etwa 50 Meter unter Tage.
Die steil absteigenden Leitern und, dem Klima entsprechend feuchten Trittmöglichkeiten machten uns die Bedeutung des angeforderten, guten und festen Schuhwerkes deutlich. Seltsam, was einem so alles durch den Kopf geht, wenn man Untertage an einer Leiter, im kleinen Lichtkreis einer Stirnlampe, mit den Händen an dreckverschmierten Eisensprossen Halt sucht. Nach oben begrenzt der Schutzhelm die Sicht auf die Nachkommenden (so bleibt nur die Hoffnung, dass auch diese den Halt nicht verlieren),
nach unten tasten die eigenen Füße in der Dunkelheit nach der nächsten Sprosse. Hier und da löst sich ein Steinchen, und es fällt auf, wie außergewöhnlich Still unsere Runde (ganz im Gegensatz zu den sonst eher recht lebhaften Trirhena- Treffen) ist.
Im Hinblick auf unsere ersten Abstiegserfahrungen verzichteten wir gerne freiwillig auf einen
Besuch des namentlich wohl bekanntesten, und größten Stollens des Schauinslandbergwerkes.
Insgesamt gut 230 Meter führt der Abstieg vom heutigen Zugang der Grube hinab zu dem so genannten Hebammenstollen. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde dieser, ca.
zwei Kilometer lange Stollen, ursprünglich nur für den Bergbau gedacht, als Expressweg zur
aktive Geburtsunterstützung durch Hebammen und im Winter auch als Schulweg zweckentfremdet. So bildete der Stollen den kürzesten und direktesten Weg, der ansonsten nur über den Gipfel des Schauinslandes gegenseitig zu erreichenden Dörfer Kappel und Hofsgrund. Heute sind die am Rande der Dörfer befindlichen Eingänge nicht mehr zugänglich. Versuche, die mit Schließung der
Fördersohle im Jahr 1954 eingestürzten Stollen auszugraben, scheiterten bislang.
Nach diesem kurzen geschichtlichen Rückblick ging es für uns in der Tiefe weiter durch den Berg.
Verwinkelte Stollen zeigten den Weg, dem die Bergleute auf der Suche nach Silber- und Bleierzen
folgten. Manchmal rücken die Felswände so eng zusammen, dass man nur seitlich hindurchschlüpfen kann, ein anderes mal war die Decke so niedrig, das ein Vorankommen nur in der
Hocke möglich ist. An den Wänden sieht man bei genauem Hinsehen die Meiselspuren, die mühsam in den Berg hineingeschlagen wurden. Eine Arbeit, die für uns heute unvorstellbar anstrengend und
schwierig ist. Zur Verdeutlichung der damals herrschenden Arbeitssituation sollten wir innerhalb eines engen Stollens alle unsere Lampen ausschalten. Es herrschte absolute Dunkelheit, nicht einmal die Hand vor Augen war zu erkennen. Eine Dunkelheit, die wir in unserer heutigen Zeit kaum mehr
in dieser Intensität erleben. Die von unserem Führer entzündete Bergwerkskerze, damals die einzige
Lichtquelle (von der Kienspann zur Karbidlampe), kam uns aus unserer Sicht nicht heller als ein kurzfristig angezündetes Streichholz oder Feuerzeug vor.
Weiter ging es für uns durch die Geschichte des Erzabbaus. Vorbei an Spuren des „Feuersetzens",
einer Methode die durch abwechselndes Erhitzen und Abschrecken das Gestein spröde machte und
ein Vorläufer der uns bekannten klassischen Sprengmethoden darstellte. Vorbei an einer hölzernen
Wasserpumpe aus dem achtzehnten Jahrhundert und anderem Bergbaugerät, machten wir große
Augen als wir auf einer Höhe von ungefähr einhundertsechzig Metern unter dem Schauinslandgipfel
auf eine moderne Toilettenanlage aus dem 20. Jahrhundert stießen. Diese Besuchertoilette mit Anschluss an die örtliche Kanalisation war Auflage der Wasserbehörde, Bergwerksführungen im
Wasserschutzgebiet Schauinsland zu genehmigen.
An diesem Punkt sei erwähnt, dass der heute mögliche Besuch des Museums- Bergwerkes Schauinsland ausschließlich der privaten Initiative der, heute fünfzehnköpfigen, Forschungsgruppe Steiber zu verdanken ist.
Der Freiburger Juwelier Berthold Steiber besuchte 1976 erstmalig mit einigen Freunden das verschlossene Stollensystem. Aus der anfänglichen Abenteuerlust entwickelte sich eine ernstzunehmende wissenschaftliche Arbeit. Insgesamt wurde, in mehr als 200.000 ehrenamtlichen
Arbeitsstunden, ein mehr als hundert Kilometer umfassendes Stollensystem freigelegt, katiert,
Bauteile gesichert, und sämtliche Phasen des historischen Bergbaus dokumentiert. Private Investitionen von mehr als einer Millionen Mark flossen in die Grube. Es ist eine Tatsache, das ohne
dieses Engagement das Schauinsland- Bergwerk in Vergessenheit geraten wäre.
So verbleibt uns als Besucher, nur ein herzliches Dankeschön für dieses unvergessene Erlebnis in eine uns völlig unbekannte Welt eintauchen zu können. Der anschließend beim Ende der Tour
gereichte Schnaps tröstete auch über den Wegfall des ursprünglich geplanten geselligen Ausklingens
unserer Tour bei einem gemeinsamen Abendessen hinweg. Müde und vor allem nicht mehr unbedingt gesellschaftsfähig (weil von oben bis unten verdreckt) machten wir uns auf den Weg nach
hause. Für viele von uns war es jedoch trotzdem bestimmt nicht der letzte Besuch in unserem Hausberg.
Dieser Bericht soll ohne Anspruch auf Vollständigkeit einen kurzen Überblick über das Erlebnis
„ Besuch des Bergwerkes Schauinsland" geben. Hoffentlich trägt er dazu bei den Besucherstrom
nicht abreißen zu lassen und die großartige Arbeit der Forschungsgruppe Stoiber zu unterstützen. Auf diesem Weg noch einmal ein herzliches Dankeschön und weiterhin„ Glück heil" an unseren Führer.
Empfehlungen von Kiwanis an Kiwanis: | gutes Schuhwerk und strapazierfähige warme Kleidung (z.B. Wanderschuhe und robuste Oberbekleidung; diese kann verschmutzen!)
|  | Mindestalter 12 Jahre oder Körpergröße ab 150 cm. Für Kinder unter 12 Jahren wird eine | separate Familienführung angeboten | Ehrlichkeit bei der Frage nach körperlicher Fitness (z.B. Herzschwäche), bestehender Platz- oder Höhenangst |
 | Vorsorgliche Festlegung eines Alternativtermins für ein evtl. geplantes gemütliches Abendessen |

Museums-Bergwerk Schauinsland
Das ungewöhnlichste Besucherbergwerk des Schwarzwaldes nahe bei Freiburg, 60 km zur Schweiz, 15 km bis Frankreich :
Erleben Sie hautnah 800 Jahre Bergbaugeschichte im größten
Silberbergwerk Süddeutschlands
Ein erlebnisreicher Ausflug: Über den Berg - unter den Berg
Machen Sie sich mit dem Kombi-Ticket des Museums-Bergwerks und der Schauinslandbahn einen erholsamen Tag. Sie werden lange davon reden !




Öffnungszeiten
des Museums-Bergwerks


Museums-Bergwerk Schauinsland
Forschergruppe Steiber * Oberlinden 16 * D - 79098 Freiburg
Tel. +49-761-26468 * Fax +49-761-280050 * Mail : steiber@schauinsland.de
Informationen zum Museums-Bergwerk
Öffnungszeiten
11.00
11.30
12.30
13.30
14.00
14.30
15.30
1. Mai bis 30.Juni
und
1. Sept. bis 1. Nov.
Mittwoch
Samstag
Sonntag
Feiertag
1. Juli bis 31.August
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
Große Führung (2,5 Std)
17.- Euro
Kleine Führung (1,5 Std)
11.- Euro
Familienführung
4.- Euro
Kinder 4 bis 12 Jahre
3.- Euro
Familienkarte
14.- Euro
zu dieser Zeit keine Führung




Führungen je nach Bedarf. Voranmeldung für Gruppen ab 15 Personen empfehlenswert. Änderungen vorbehalten.
Außerhalb dieser Zeiten sind Besichtigungen als Sonderführungen ganzjährig für Gruppen (bis 100 Personen) nach Voranmeldung an jedem Tag möglich (z.B. als Schul- Betriebs- oder Vereinsausflug).
Große Führung bis 15 Pers: 240.-- Euro, jede weitere Pers. 16.--Euro
Kleine Führung bis 25 Pers: 250.-- Euro, jede weitere Pers. 10.--Euro
Schulklassen (ab 12 Jahren) bis 25 Schüler: 200.-- Euro, jeder weitere 8.-- Euro
(Seilbahnfahrt 6 Euro.--)
Achtung, Mindestalter für große und kleine Führung:
12 Jahre oder Körpergröße mindestens 150 cm.
Der Umwelt- und Bergwelt-Schuainsland Tipp:
Das Museums-Bergwerk ist von Freiburg bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Nutzen Sie das günstige Kombi-Ticket:
Seilbahnfahrt + Große Führung: 23.-- Euro
Seilbahnfahrt + Kleine Führung: 17.50 Euro
Diese Tickets sind nur an der Talstation erhältlich.
Familienführung (45 Minuten):
Unter fachkundiger Führung sehen Sie den Gegentrum II-Stollen mit Einweisungsplatz, Blick in den 50m tiefen Transportschacht zur 4. Feldstrecke über Kapplersohle (4. FK) und Kammer 1 mit Werkstatt u. unseren Grubenlokomotiven sowie die Vorführung eines druckluftbetriebenen Bohrhammers und Wurfschaufelladers. Die Länge des Führungsweges beträgt 350 m und ist in Straßenkleidung und normalem Schuhwerk zu absolvieren.
* Ein bequemer Einstieg, speziell für Kinder
Untertägiges Kinderfest (2,5 Std) mit Schatzsuche u.a., ideal als Geburtstag für 6 bis 12 jährige Kinder, auf Anfrage

Kleine Führung (1,5 Stunde):
Zusätzlich zum Gegentrum II-Stollen sehen Sie Teile des 20 m darunter liegenden Gegentrum III-Stollens mit alten, engen Bereichen, die bereits vor über 500 Jahren mit Hammer und Meißel herausgeschlagen wurden; einschließlich einer 250 Jahre alten hölzernen Wasserpumpe und Holzschienen für die Grubenhunte und die moderne 5. FK mit abgebautem Erzgang (Abbauhöhe 60 m). Länge des Führungsweges 850 m, Ab- und Aufstieg über 6 solide, schrägstehende Leitern (Länge 2-6 m), welche zueinander versetzt sind, mit insgesamt 20 Höhenmetern.
* * Schauinsland-Seilbahn + Museums-Bergwerk:
Doppelter Erlebniswert mit Kombi-Ticket
Große Führung (2,5 Stunden):
Zusätzlich sehen Sie die 4. FK mit Aufenthaltsraum "Ferienwohnung", dem größten Abbauhohlraum über der Kapplersohle (Gang III) mit der neuen Stahlbrücke und Blick in den mittelalterlichen Erzkastenstollen, außerdem den nicht abgebauten Gang VI (Mineralienfundstelle) mit den beiden Haupterzen Zinkblende und silberhaltigem Bleiglanz, einschließlich eines Wurfschaufelladers. Länge des Führungsweges 1800 m. Bei der großen Führung sind es zusätzlich 7 Leitern, also ingesamt 13 Leitern mit zusammen 50 Höhenmetern.
* * * Einzigartig in Mitteleuropa -
Es bleiben keine Wünsche offen !
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