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| Christliche Werte sollen wieder Fundament der Erziehung werden |
gefunden in: welt.de vom 16.04.2006
„Bündnis für Erziehung“
Bundesfamilienministerium und die großen christlichen Kirchen wollen Leitlinien erarbeiten, wie christliche Werte wieder zum Fundament der Erziehung werden können
Berlin - Das Bundesfamilienministerium und die großen christlichen Kirchen wollen ein „Bündnis für Erziehung“ schmieden. Das Ministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild am Sonntag“.
Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte der Zeitung: „Wir müssen ein Thema wieder stärker in den Vordergrund rücken, das jahrelang als autoritär verpönt war: Erziehung.“
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http://www.welt.de/data/2006/04/16/874994.html
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| Schirrmacher bringt das Blut in Wallung |
gefunden in: handelsblatt.com vom 17./18./19. 3.200606
THOMAS LUDWIG | KÖLN
Blut ist dicker als Wasser – das ist keine aufregende, keine neue Erkenntnis. Aber sie passt in unsere Zeit. Denn wenn der Sozialstaat Federn lässt und Wohlfahrtsaufgaben nicht mehr nachkommen kann, ist es verführerisch auf die kleinste gesellschaftliche Einheit, die Familie, als Rettungsanker zurückzugreifen.
Genau das tut Frank Schirrmacher in seinem Buch „Minimum“. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung, so die These des „FAZ“-Herausgebers, würden unsere sozialen Beziehungen in den nächsten Jahrzehnten minimiert und strapaziert. Er wirft spannende Fragen auf: Wie wird sich das Leben späterer Generationen ändern, wenn der Einzelne immer weniger leibliche Verwandte hat? Verlieren Menschen ohne die Erfahrung, Kinder großzuziehen, die Fähigkeit zu Solidarität und Selbstlosigkeit? Wenn ja, wie muss eine Gesellschaft reagieren? Für Schirrmacher ist klar: Sie muss alles daransetzen, Familie attraktiv zu machen. Familie als „Schicksalsgemeinschaft“, „Urgewalt“, „Überlebensfabrik“ – darunter macht es der Vater eines Sohnes nicht. Seine Thesen unterlegt er mit historischen Ereignissen, der „Donner-Pass“-Tragödie um einen eingeschneiten Siedlertreck des 19. Jahrhunderts und einem Hotelbrand auf der Isle of Man 1986. Beide Male überlebten mehr Angehörige von Familien, während Einzelkämpfer oder locker verbundene Menschen schlechtere Überlebenschancen hatten.
Wie schon mit dem Buch „Methusalem-Komplott“ über die alternde Gesellschaft, das sich seit 2004 rund 700 000-mal verkauft hat, will Schirrmacher in alarmistischem Ton verstören, aufrütteln und die (deutsche) Welt zum Guten wenden. Der jüngste Geburtenalarm der Statistiker kommt da gerade recht: Die ersten 100 000 Bücher sind bereits wenige Tage nach Erscheinen verkauft, die zweite Auflage ist in Druck.
„Minimum“ ist eine Idealisierung des Familienverbands in Zeiten knapper werdender materieller Ressourcen und sich wandelnder sozialer Netzwerke. Vor allem Frauen erweisen sich in Krisensituationen als Bindungskräfte und sich aufopfernde Wesen. Man darf gespannt darauf sein, ob sie die ihnen von Schirrmacher zugewiesene „Schlüsselrolle“ als „Verwandtschaftsbewahrer“ und Vertreter einer „moralischen Ökonomie“ – sprich: umsonst – werden übernehmen wollen.
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| Deutsche Geburtenrate stürzt auf 60-Jahres-Tief |
gefunden in: spiegel.de vom 14.3.2006
Deutsche Geburtenrate stürzt auf 60-Jahres-Tief
Dass die Deutschen zu wenige Kinder bekommen, ist ja bekannt - im vergangenen Jahr aber hat sich das Problem vorläufigen Daten zufolge noch einmal dramatisch verschärft. Die anderen Länder Europas schneiden viel besser ab.
Berlin - "Das ist dramatisch, wir laufen in eine Schere hinein", sagt der Direktor des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. Er bezieht sich auf Prognosen des Statistischen Bundesamtes, über die jetzt die "Welt" berichtet und denen zufolge die Zahl der Geburten in Deutschland im vorigen Jahr so stark gesunken ist wie seit 15 Jahren nicht mehr. Im ganzen Jahr seien demnach in Deutschland weniger als 676.000 Kinder geboren worden.
Spielendes Kind: In der Lebensplanung nicht vorgesehen?
Gegenüber dem Vorjahr entspräche diese Prognose-Zahl einem Rückgang von gut 4,2 Prozent - 2004 kamen in Deutschland noch 706.000 Kinder zur Welt. Selbst im Nachkriegsjahr 1946 gab es rund 922.000 Geburten. Im Vergleich zum Jahr 1964, als in der Bundesrepublik und in der DDR mit insgesamt 1,357 Millionen Kindern ein Geburtenrekord erreicht wurde, hat sich die Zahl der Babys sogar halbiert.
Hüther warnte, Deutschland weise laut Eurostat-Angaben für 2004 mit einem Wert von 8,5 Geburten je 1000 Einwohner die niedrigste Geburtenziffer der EU auf. In Ländern wie Frankreich (12,7) und Großbritannien (12,0) liege die Kennziffer jeweils um etwa die Hälfte höher. "In diesen Gesellschaften sind Kinder eine größere Selbstverständlichkeit", sagte Hüther.
"Die Verbindung von Berufsleben und Erziehung wird noch immer nicht als normal angesehen", klagte der Experte. Außerdem betrieben Länder wie Frankreich eine dezidierte Bevölkerungspolitik und stellten ihre Familien finanziell besser.
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