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| Fernsehtechnik der nächsten Generation |
gefunden in: HANDELSBLATT, Montag, 1. Oktober 2007, 16:22 Uhr
Organische Leuchtdioden
Fernsehtechnik der nächsten Generation
OLED heißt die Zukunft der Bildschirmtechnologie – zumindest, wenn es nach Sony geht. Das Unternehmen hat gerade einen superflachen Fernseher mit der neuen Leuchtdiodentechnik vorgestellt. Doch die neue Technik hat noch Schattenseiten.
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| „Mechanismus von Antikythera“ war Sternenkalender |
gefunden in: handelsblatt.com vom 30.11.2006
HANDELSBLATT, Mittwoch, 29. November 2006, 22:55 Uhr
Wissenschaft
„Mechanismus von Antikythera“ war Sternenkalender
Der „Mechanismus von Antikythera“ war ein Sternenkalender. Foto: Cardiff University
London (dpa) Mit einer überraschend komplizierten astronomischen Rechenmaschine haben die alten Griechen den Lauf der Himmelskörper berechnet. Der „Mechanismus von Antikythera“, eine im 2. Jahrhundert vor Christus gebaute Zahnradapparatur, ist weit komplexer als alle bekannten technischen Geräte, die in den folgenden tausend Jahren entwickelt wurden.
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| Auf Glas zu Fuß über den Grand Canyon |
gefunden in: vdinachrichten.de vom 22.9.2006
Brückenbau Auf Glas zu Fuß über den Grand Canyon
VDI nachrichten, New York, 22. 9. 06, rok –
Die bekannten Touristeneinrichtungen an der Westseite des Grand Canyon erhalten eine neue Attraktion. Rund 1300 m oberhalb der Talsohle wird eine Glasbrücke freitragend über den Felsabhang hinaus gebaut, von der die Erbauer annehmen, dass sie eine der bedeutendsten Touristenattraktionen der Welt werden wird. Die Brücke führt etwa 20 m vom Abhangrand hinaus über den Canyon, macht dann einen Bogen und führt wieder zurück zum Felsrand, so dass die Besucher in einem U-förmigen Rundgang einen atemberaubenden Blick in die Tiefe werfen können.
Außer der freitragenden Stahlkonstruktion besteht die Brücke völlig aus Glas, so dass sie einen lotrechten Blick hinunter zum Colorado bietet – ein Blick, der bislang nur fliegend möglich ist.
Verankert wird die Brücke mit Betonankern von Dywidag, die 15 m tief ins Felsbett hinein reichen. Damit soll die Konstruktion Erdbeben bis zur Stärke 7 überstehen.
Das Glas für diese Brücke kommt von Saint Gobain aus Europa und wird in Deutschland und Österreich hergestellt. Der Glasboden besteht aus fünf Lagen Glas mit einer Gesamtstärke von 71 mm und die 1,50 m hohen Seitenwände aus 21 mm laminiertem Glas.
Gegenwärtig laufen die Stahlbauarbeiten und bis zum Jahresende soll die Brücke fertig gestellt sein; ein angrenzendes Informationszentrum soll dann bis März 2007 folgen.
Das 30-Mio-$-Projekt ist eine Privatinitiative der Hualapai-Indianer und David Jin, einem privaten Investor aus Las Vegas. Entworfen wurde sie von dem Büro MRJ-Architects, die Konstruktion erfolgte bei Lochsa Engineering und mit der Ausführung ist APCO Construction beauftragt. HW
@ www.destinationgrandcanyon.com
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gefunden in: handelsblatt.com v. 23.6.2006
Zwölf Zukunftsmärkte
Intelligente Umgebung: Elektronik soll allzeit bereite, unsichtbare Helfer im Alltag bieten. Betritt etwa ein Benutzer sein Büro, synchronisiert der Handheld-Computer Daten automatisch mit dem PC. Elektronikbauteile erhalten dafür Chips, Sensoren und Funkmodelle.
Mikroenergietechnik: Mobile elektronische Geräte werden immer leistungsfähiger, Probleme bereitet aber die Versorgung mit Energie. Eine Zukunftstechnologie ist die miniaturisierte Brennstoffzelle.
Grid Computing: Verbindet man viele Rechner zu einem Netz und stattet dies mit der nötigen Software aus, entstehen große Kapazitäten. PCs können so die Leistung von Superrechnern erreichen.
Weiße Biotechnologie: Die Natur als Chemiefabrik – Algen oder höhere Pflanzen lassen sich mit Gentechnik dazu bringen, wertvolle pharmazeutische und chemische Substanzen herzustellen. So lässt sich Öl sparen, dessen Bestandteile wichtige Grundstoffe in der Chemie sind.
Adaptronik: Das Vorbild liefert die Natur – das Zusammenspiel von Gehirn, Nerven und Muskulatur wird in vergleichbarer Weise auf mechanische Strukturen angewendet. Sie sollen sich aktiv an wechselnde Bedingungen anpassen. Adaptronische Systeme dämpfen etwa Vibrationen. Dabei werden Sensoren mit metallischen Bauteilen verbunden.
Simulierte Realität: Simulationstechnik erlaubt es, Eigenschaften von Bauteilen und Produkten schon in der Konstruktionsphase zu testen. Der Mensch kann so Produkte oder Vorgänge am Bildschirm noch vor der Realisierung verändern und anpassen. Das verhindert Fehlentwicklungen, spart Zeit und Geld.
Mensch-Maschine-Interaktion: Verbesserte Schnittstellen sollen den Umgang mit Technik erleichtern. Nicht mehr der Mensch muss lernen, Geräte zu bedienen, sondern die Helfer sollen einfach auf Sprache, Gestik und Mimik reagieren. Hierzu sind Sensoren nötig, die Sinneseindrücke wie Sehen, Hören und Tasten verarbeiten können.
Sicherheit durch Hightech: Bedrohung durch Terror und Kriminalität haben die Nachfrage nach Sicherheitstechnik steigen lassen. Biometrische Verfahren helfen bei der Identifiaktion. Biologische und chemische Sensoren können gefährliche Substanzen auffinden.
Integrierte Leichtbausysteme: Vor allem im Fahrzeugbau bringen Leichtbaukonzepte Vorteile. Ist weniger Masse zu bewegen, wird weniger Energie verbraucht. Die Forscher entwickeln neue Mischwerkstoffe aus Fasern unterschiedlicher Materialien – Keramik, metallische Schäume, hochfeste Leichtmetalllegierungen, Stahl und Titan.
Licht als Werkzeug: Optische Technologien verbessern den Informationsfluss in optischen Netzwerken, oder ermöglichen die berührungslose Materialbehandlung – mit modernen Lasern. Die hochpräzise Führung des Strahls erlaubt inzwischen schnelle und komplexe Schweißvorgänge und optimiert so die Produktion.
Internet der Dinge: Das Internet wird Vorbild für die Logistik. Wie dort Datenpakete den Weg von Netzknoten zu Netzknoten bis zum Adressaten finden, soll online bestellte Ware künftig selbstständig die Tour zum Kunden organisieren. Die Waren werden mit modernen Etiketten ausgestattet, die auf dem Transportweg kommunizieren.
Gedruckte Elektronik: Kunststoffe, die leiten und leuchten, sind die Materialien der Zukunft und eröffnen neue Perspektiven: preisgünstige Etiketten, zusammenrollbare Bildschirme oder in die Kleidung integrierte Sensoren.
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| Startschuss für Roboter-WM |
gefunden in:handelsblatt.com vom 14.06.06
Wissenschaft
Startschuss für Roboter-WM
In Bremen kicken jetzt auch Roboter um den Weltmeistertitel. Das größte Treffen von Forschern rund um das Thema Robotik, der Robocup 2006, ist am Mittwoch offiziell eröffnet worden.
440 Teams aus 36 Ländern treten in unterschiedlichen Wettbewerben bei den erstmals in Deutschland stattfindenden Wettkämpfen an. „Wir wollen in der Lage sein, 2050 gegen Menschen zu spielen“, sagte der Vizepräsident der Robocup-Gemeinschaft, Hans-Dieter Burkhard.
Andere Wissenschaftler haben die Vision, bis zu diesem Zeitpunkt die Weltmeister aus Fleisch und Blut auf dem Platz zu schlagen. Zum Startschuss der 10. Weltmeisterschaft zeigte sich, dass es bis dahin für die Entwickler noch ein weiter Weg ist. Anstatt auf seinem Posten zu verharren und den Ballschuss von Bremens Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek zu erwarten, raste der mit Technik voll gestopfte Torhüter über das Feld, rammte einen Tisch und goss damit eine Flasche Wasser auf das Sakko eines der Wissenschaftler.
Das Fußballfeld ist für die Forscher allerdings nur die Spielwiese, um die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Robotern zu testen. Anhand des Spiels können nach Auffassung der Experten Verhaltensweisen nachgestellt und trainiert werden, die in vielen anderen Szenarien zum Einsatz kommen können. Neben den kickenden Maschinen und einem Wettbewerb für junge Forscher gibt es erstmals auch einen Themenbereich von Servicerobotern, die zum Beispiel im Haushalt helfen sollen. Rettungsroboter zeigten zudem schon am Dienstagabend ihre Leistungsfähigkeit. Auch für sie gibt es Wettbewerbe.
Die Messe Bremen erwartet bis zum 20. Juni rund 20 000 Besucher zu dem Spektakel in der Hansestadt. In vier Hallen wurden 52 Spielflächen mit rund 750 Strom- und 500 Computeran- schlüssen vorbereitet. In den Teams wetteifern fast 1 500 Erwachsene und mehr als 1 000 Jugendliche um die Titel.
Robotik ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Entwicklung von Industrie- und Servicerobotern beschäftigt. Es wird unter verschiedenen Klassen von Robotern unterschieden, von einem direkt vom Nutzer geführten Gerät bis hin zum intelligenten Roboter. Die Maschinen sind heute schon in einem breiten Spektrum einsatzfähig. Sie entschärfen Landminen, sind Unterhaltungselektronik, werden in der Raumfahrt eingesetzt und oder vom Militär genutzt.
Am 30. Juni startet in Dortmund eine weitere Roboter-WM mit mehr als 60 Teams aus 20 Ländern. Organisator ist der Verband Fira.
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| Nobelpreisträger aus der Kiste |
gefunden in: handelsblatt.com vom 6.4.2006
Von Christoph Hardt
Siemens fördert ein Projekt, mit dem Kinder schon im Vorschulalter Interesse für Naturwissenschaften entwickeln sollen.
MÜNCHEN. Die Kisten sind aus Holz, darin eine Hand voll bunte Blätter, Tücher, Reagenzgläser, Drähte, Batterien und Glühbirnchen – so stellt man sich große Zauberkästen vor. Womit die Frage entsteht, was das Ganze auf dieser Seite zu suchen hat. Aber wer weiß, vielleicht wächst dank dieser bunt befüllten Kästen ja schon in absehbarer Zeit ein weiterer deutscher Nobelpreisträger heran.
„Forscherkiste“ nennt sich das Projekt, entwickelt haben es eine Diplomkauffrau und eine Chemikerin aus Starnberg. Ein Professor für Entwicklungspsychologie stand ihnen zur Seite, herausgekommen ist eines der spannendsten Projekte für frühkindliches Lernen, die das Land derzeit zu bieten hat. Es geht darum, so früh wie möglich die Begeisterung für die Naturwissenschaften zu wecken. Und darum hat sich auch die Firma Siemens der Forscherkisten angenommen.
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| Mikrochip liefert künstliche Zellen |
gefunden in: handelsblatt.com vom 29.3.2006
Mikrochip liefert künstliche Zellen
Neues Massenproduktionsverfahren ähnelt dem Prinzip der Seifenblasen-Maschine
DÜSSELDORF. Forscher am Institute for Analytical Sciences (ISAS) in Dortmund haben mit Hilfe eines Mikrochips künstliche Zellen nach dem Vorbild der Natur produziert. Im Gegensatz zu gängigen Herstellungsmethoden bietet das Verfahren nicht nur die Möglichkeit zur Massenproduktion, sondern erleichtert eine anschließende Bearbeitung.
Wissenschaft und Industrie haben hohe Erwartungen an künstliche Zellen: Sie könnten als Bioreaktoren den klimaneutralen Energieträger Wasserstoff in Massen produzieren oder medizinische Wirkstoffe gezielt zu kranken Zellen bringen. Dazu brauchen sie eine geeignete Hülle: die Membran. Diese muss gleichzeitig wie eine Haut das Innere schützen und durchlässig sein für Wirkstoffe oder Wasser. Diese Aufgabe löst die Natur mit einer Doppelschicht aus Fettsäuren (Lipiden). Die künstliche Erzeugung von Zellmembranen auf Lipid-Basis ist jedoch schwierig, für die Massenproduktion sind bisherige Ansätze ungeeignet.
In der englischen Zeitschrift „Lab on a Chip“ berichten die ISAS-Forscher, dass sie mit Hilfe eines Mikrochips Zellmembranen in beliebig großer Zahl herstellen können. Der Chip besteht aus drei übereinander liegenden Ebenen – in der oberen und unteren sind winzige Kanäle, in der mittleren Ebene ebenso winzige Löcher angebracht. Gefüllt mit Wasser und Lipiden, funktioniert das Ganze im Prinzip wie eine Seifenblasen-Maschine.
Weiterer Vorteil: Die gewünschte Größe der Zellen lässt sich definieren. Soll ein Wirkstoff in die Zellmembranen eingebracht oder deren Inhalt analysiert werden, können die notwendigen Apparaturen zudem in den Chip integriert werden. mer
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| Steve Fosset stellt Weltrekord für Nonstopflüge auf |
gefunden in: welt.de vom 12.2.2006
Abenteurer Steve Fosset stellt Weltrekord für Nonstopflüge auf
London - Mit einem dramatischen Flug rund um den Globus hat der amerikanische Abenteuerpilot Steve Fossett den Streckenweltrekord für Nonstopflüge gebrochen. "Das bedeutet mir unendlich viel", sagte der 61jährige Milliardär nach seiner Notlandung am Samstag abend auf dem Airport der südenglischen Küstenstadt Bournemouth.
"Ich bin weiter geflogen als irgend jemand zuvor", triumphierte der übermüdete, jedoch bestens gelaunte Flugpionier. Fossett hat seit dem Start mit dem Leichtflugzeug Globalflyer am Mittwoch in Florida in knapp 77 Stunden eine Gesamtstrecke von 42 469 Kilometern zurückgelegt, teilte dessen Freund Richard Branson mit. Der Gründer der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic hatte den Globalflyer-Flug gesponsert.
Nach einer ersten Atlantiküberquerung führte Fossets Weg über Afrika, Saudi-Arabien, Indien, China und den Pazifik wieder in die USA, die er am Freitag bei San Diego in Kalifornien erreicht hatte. Von dort steuerte er in gerader Linie St. Petersburg in Florida an, um nach einer dann kompletten Reise um die Welt noch einmal über den Atlantik bis nach England zu fliegen. Fosset hat damit nicht nur den bisherigen Nonstopstreckenrekord für Flugzeuge eingestellt, den 1986 die US-Testpilotin Jeana Yeager und ihr Partner Dick Rutan in ihrem Voyager-Flugzeug mit 40 212 Kilometern erreicht hatten. Zugleich flog Fossett weiter als die Strecke, die dem Schweizer Bertrand Piccard 1999 nach seiner Erdumrundung in einem Heißluftballon mit 40 814 Kilometern zuerkannt worden war.
Die letzte Etappe des von Pannen überschatteten Fossett-Fluges wurde zu einer Zitterpartie, als sich herausstellte, daß der Generator seines Leichtflugzeuges ausgefallen war. Der Pilot, der eigentlich bis zum südostenglischen Airport Kent International fliegen sollte, wurde zum näherliegenden Bournemouth umdirigiert.
Die Probleme begannen bereits mit dem Start, bei dem der Globalflyer mehr Benzin verbrauchte als geplant. Dadurch war die Fortsetzung des Flugs gefährdet. Günstige Rückenwinde bei gleichzeitiger Reduzierung der Geschwindigkeit halfen aber, Treibstoff zu sparen. Bei der zweiten Atlantiküberquerung südlich von Grönland entschied der Pilot: "Ich kehre nicht um, sondern halte Kurs auf England."
Für Fossett, dessen Motto "Siegen ist keine Frage des Körpers, sondern des Willens" ist, war dies der 110. Weltrekord in der Luft, zu Wasser und auf der Erde. Mehr als die Hälfte seiner Rekorde sind immer noch ungebrochen. So hatte er 2002 die erste Allein-Nonstop-Umrundung der Erde in einem Ballon geschafft. Im vergangenen Jahr flog er dann als erster Mensch allein in einem Motorflugzeug rund um die Erde. Diesen Rekord hat er nun selbst übertroffen. DW
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| Steve Fossett zu neuem Rekordversuch gestartet |
gefunden in: swissinfo.org vom 8.2.2006
Flugabenteurer Steve Fossett zu neuem Rekordversuch gestartet
CAPE CANAVERAL - Der US-Millionär Steve Fossett ist zu seinem neuerlichen Rekordflugversuch aufgebrochen. Der Abenteurer hob am Morgen in seinem einmotorigen Spezialflugzeug "GlobalFlyer" in in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.
Fossett plant den bislang längsten Non-Stopp-Flug. Er soll rund 80 Stunden dauern. Dabei hat er vor, mehr als eine Weltumrundung ohne Unterbrechung zu fliegen.
Der Start war ursprünglich für Dienstag vorgesehen, musste aber wegen eines Treibstofflecks auf Mittwoch verschoben werden. Das Flugzeug wiegt voll aufgetankt mehr als elf Tonnen.
Mit dem "GlobalFlyer" plant der 61-Jährige auf rund 13 700 Meter anzusteigen und die in dieser Höhe sehr starken Luftströmungen zu nutzen. Mit dem Flug soll zum einen der 1986 aufgestellte Flugzeug-Rekord von Dick Rutan und Jeana Yeager gebrochen werden, die nach Fossets Angaben 40 212 Kilometer zurückgelegt hatten.
Zum anderen wolle er damit auch den Rekord des Schweizers Bertrand Piccard und des Briten Brian Jones brechen, die 1999 in einem Ballon 40 814 Kilometer geflogen seien. Dies sei die längste jemals in einem Fluggerät zurückgelegte Strecke. Fossetts angestrebte Flugstrecke beträgt knapp 42 000 Kilometer.
Der Millionär will von Florida aus über den Atlantik fliegen, dann Afrika, Saudi-Arabien, Indien, China, Japan und den Pazifik überqueren, danach über Mexiko, die USA und wieder zurück über den Atlantik fliegen und auf einem Flughafen bei London landen.
Er hatte im vergangenen Jahr bereits einen Flugrekord aufgestellt und als erster Mensch im Non-Stopp-Alleinflug die Erde umrundet.
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| Plastiklicht tritt gegen Glühbirnen an |
gefunden in: handelsblatt.com vom 12.1.06
Plastiklicht tritt gegen Glühbirnen an
Philips und seine Wettbewerber entwickeln Lampen aus leuchtenden Kunststoffen
THILO GROSSER | AACHEN
Dietrich Bertram hebt ein fünf mal fünf Zentimeter großes Plastik-Plättchen hoch, drückt einen Knopf – und in seiner Hand wird es hell. „Das Teil ist handgeschnitzt“, sagt der Philips-Forscher, „weit entfernt von der Fließbandproduktion – noch.“ In etwa fünf Jahren will Philips in Aachen eine Pilotfertigung für Leuchten aus Plastik einrichten.
Auslaufmodell Glühlampe – diese Vorahnung löst beim derzeit größten Leuchtmittelhersteller der Welt Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe aus. „OLED sind eine Bedrohung unserer existenzsichernden Geschäftsbereiche, daher müssen wir ganz vorn dabei sein“, sagt Bertram. Mit 25 Mitarbeitern – 2006 kommen noch einmal so viele hinzu – forscht er in Aachen an den Leuchtdioden aus organischem Material (OLED).
Philips arbeitet derzeit zusammen mit 23 anderen europäischen Elektronikunternehmen an der Leuchte der Zukunft. Im Programm Olla, das von der EU mit 20 Millionen Euro gefördert wird, wollen sie OLEDs bis 2008 zur Marktreife vorantreiben. Eine weiße Lampe mit einer Lebensdauer von 10 000 Stunden und einer Leuchteffizienz von 50 Lumen pro Watt ist das Ziel dieses Projekts. Derzeit erreichen die Forscher im Labor entweder hohe Lebensdauer oder hohe Effizienz – aber noch nicht beides gleichzeitig.
Doch die Fortschritte sind rasant, es werden immer neue Rekorde aufgestellt. Die Dresdner Firma Novaled hat mit 25 Lumen pro Watt rund die Hälfte des Weges geschafft. Im nächsten Jahrzehnt sollen großflächige, energiesparende Leuchten dann billig herzustellen sein – die Grundvoraussetzung für ganz neue Einsatzmöglichkeiten: leuchtende Tapeten, die sich morgens langsam von Dunkelblau bis Orange färben – „damit das Aufwachen mehr Spaß macht“, sagt Bertram – oder transparente Lampen als Fenster, durch die tagsüber die Sonne scheint und die abends leuchten.
Auch Wettbewerber Osram hat solche Visionen. „So kann man sich im Laufe des nächsten Jahrzehnts den Einsatz vor allem bei Werbungs- und Visualisierungsanwendungen oder der allgemeinen Innenbeleuchtung in Räumen vorstellen“, sagt Marion Reichl, Sprecherin von Osram Opto Semiconductors. Außerdem seien Anwendungen als LCD-Hinterleuchtung und in der dekorativen Beleuchtung wahrscheinlich.
Genährt werden die Visionen von den technischen Eigenschaften der OLEDs. Denn sie leuchten deutlich effizienter als Glühbirnen. Während herkömmliche Leuchten mehr als 90 Prozent des Stroms nicht in Licht, sondern in Wärme verwandeln, verbrennt sich Bertram an seinen OLEDs nicht die Finger. Sie erwärmen sich nur um rund 15 Grad Celsius. Ein weiterer Pluspunkt: OLED-Lampen werden großflächig herzustellen sein, per Druck wie Zeitungen. „Billige Fertigung, beliebige Farben und Dimmstufen, geringes Gewicht, flexible Anpassung, leichtes Recycling“ – so fasst Bertram die Visionen zusammen. Und anders als Stromsparlampen, deren Licht viele als kalt empfinden und die sich daher in Büros, nicht jedoch in Wohnungen durchgesetzt haben, verbreiten OLEDs Gemütlichkeit.
Bislang regten OLEDs die Marktphantasien vor allem im Displaysektor an, wo sie als potenzielle Nachfolger der Flüssigkristalle (LCD) gelten. In Mobiltelefonen schon etabliert, gibt es auch erste Autos mit OLED-Armaturendisplay. Doch großflächige Displays sind selten: Zu teuer ist die hinter der Oberfläche liegende Halbleiter-Matrix, die eine Verbindung schafft zu jedem Pixelpunkt. Eine OLED-Lampe benötigt ein solch hoch exaktes Geflecht plus ausgefeilter Steuerung dagegen nicht – die Kontakte können großflächig aufgetragen werden. Schließlich soll die ganze Fläche, nicht bloß ein Pixel davon erleuchten.
„Im Moment sind wir aber noch mitten in der Forschung und Entwicklung“, sagt Bertram. Vor allem die Lichtausbeute lässt sich noch deutlich steigern – nur 20 Prozent des produzierten Lichts werden abgestrahlt. Der Rest vagabundiert durch die verschiedenen Schichten der Leuchte. Ziel der Forscher von Philips ist daher, die Lampe vom 1,8 Millimeter Dicke abzuspecken auf 1 Millimeter.
Auch Materialforschung ist noch nötig – die Suche nach den optimalen Molekülen für die OLEDs ist noch nicht abgeschlossen. Die größte Aufgabe, ein Molekül für tiefes Blau zu finden. Denn je kürzer die Wellenlänge der Farbe, desto instabiler ist das Material – die bisherigen Moleküle, die unter Strom blau leuchten, leben nicht lange. Langlebige Kandidaten für Rot und Grün, die mit dem Blau weißes Licht ergeben, sind dagegen schon gefunden.
Außerdem sind OLEDs empfindlich gegen Wasser und Sauerstoff. Philips steckt daher Calciumoxid hinter die Elektrode. Der ungelöschte Kalk absorbiert das Wasser. Diese Lösung ist aber aufwendig und teuer. Geforscht wird deshalb an einer alternativen Beschichtung. Auch Staub behindert die Serien-Fertigung. „Wir arbeiten daran, ein Staubkorn so einzuhüllen, dass es keinen Kurzschluss mehr verursacht“, so Bertram.
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gefunden in: berlinonline.de vom 29.12.05
GPS bekommt Konkurrenz
Der erste Testsatellit des europäischen Navigationssystems Galileo ist erfolgreich gestartet. Er soll vor allem Frequenzrechte sichern
Alexander Mäder
Mission Galileo
Auf dem Weg ins All: Der Testsatellit Giove-A ist gestern in den Weltraum gestartet. Der 600 Kilogramm schwere Satellit erreichte am Vormittag seine Bahn in 23 000 Kilometer Höhe. Er ist Teil des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo. Das europäische Projekt soll bis zum Jahr 2010 dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. (Foto: Reuters)
Die Europäische Raumfahrtbehörde Esa hat ihren ersten Navigationssatelliten ins All geschossen. Er hob gestern um 6.19 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur ab und fliegt nun in 23 200 Kilometer Höhe um die Erde. Die beiden 4,5 Meter langen Solarflügel seien ausgefahren worden, teilte die Esa mit. Rainer Grohe, der Direktor eines Konsortiums von Esa und EU, sprach von einem wichtigen Schritt zum geplanten zivilen Navigationssystem Galileo. Und der Esa-Direktor Jean-Jacques Dordain sagte, es entstehe ein Werkzeug im Orbit, das den Alltag der Europäer verbessern werde.
Die Sonde namens Giove-A ist ein Vorläufer des Galileo-Systems, das aus 30 Satelliten bestehen und dem amerikanischen GPS Konkurrenz machen wird. 3,8 Milliarden Euro soll es kosten. Die Esa schätzt, dass die Einnahmen diesen Betrag um das Vier- bis Fünffache übersteigen werden. An den 1,1 Milliarden Euro für die Entwicklung und den Test des Systems ist Deutschland mit 20 Prozent beteiligt.
Navigieren kann man mit der Testsonde Giove-A nicht - dafür sind mindestens drei Satelliten nötig, für jede Raumdimension einer. Die Sonde soll andere Zwecke erfüllen. Vor allem soll Giove-A Signale zur Erde funken, damit die Lizenz für die entsprechenden Frequenzen nicht verfällt. Die Internationale Telekommunikations-Union erwartet die Signale auf Frequenzen zwischen 1,1 und 1,6 Gigahertz bis zum 10. Juni nächsten Jahres. Denn es ist nicht möglich, sich die Rechte langfristig zu sichern, ohne sie zu nutzen.
Von 2011 an, wenn alle Galileo-Satelliten plangemäß im Orbit sein werden, sollen zum Beispiel Urlauber, Fischer oder Katastrophenhelfer mit kleinen Empfangsgeräten aus den Signalen der Satelliten die eigene Position bis auf einen Meter genau bestimmen können. Die Signale dürfen kostenlos genutzt werden; wer jedoch eine Gebühr zahlt, kann auf zusätzliche Signale zugreifen und damit die Genauigkeit auf zehn Zentimeter verbessern.
Die Computer in den Empfangsgeräten werden jeweils vier Signale miteinander verrechnen - sie nutzen also eins mehr als nötig. Auf diese Weise wird die Präzision erhöht. Die Satelliten funken ihre eigenen Koordinaten und die genaue Uhrzeit zur Erde. Aus den Laufzeiten des Signals kann das Empfangsgerät die Abstände zu den Satelliten berechnen und dadurch sich selbst auf einer Landkarte verorten.
Da sich die Funkwellen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, sind die Zeitunterschiede zwischen den Signalen verschiedener Satelliten minimal. Um sie dennoch messen zu können, hat jeder Satellit vier Atomuhren an Bord; die beste von ihnen geht am Tag nur eine Milliardstel Sekunde falsch.
Mit der Testsonde Giove-A werden zwei Uhren ausprobiert, in denen Rubidium-Atome schwingen, die den Takt angeben. Da diese Uhren nicht das Optimum darstellen - sie weichen am Tag bis zu zehn Milliardstel Sekunden von der echten Zeit ab -, werden sie auf den künftigen Galileo-Satelliten nur für den Notfall mitgeführt. Der zweite Testsatellit Giove-B, der im kommenden Jahr starten soll, wird eine genauere Wasserstoff-Uhr an Bord haben. Sie werde die Präzision der GPS-Atomuhren übertreffen und die beste Uhr im Weltall sein, heißt es in Broschüren der Esa.
Zwischen 2008 und 2011 sollen 30 Galileo-Satelliten in Erdumlaufbahnen gebracht werden. Jeweils zehn dieser Satelliten werden - wie an einer Perlenschnur aufgereiht - in einer kreisförmigen Bahn um die Erde fliegen. Auf diese Weise will die Esa das GPS-System noch in einem weiteren Punkt schlagen: Die Satellitensignale sollen in mehr Regionen der Welt verfügbar sein als die der Konkurrenz.
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| Vor 60 Jahren lief der erste Nachkriegs-Käfer vom Band |
gefunden in: handelsblatt.com vom 27.12.05
Einer der größten Erfolge der Autoindustrie
Wehmütiges Jubiläum bei Volkswagen: Vor 60 Jahren, am 27. Dezember 1945, begann inmitten von Kriegstrümmern die Serienproduktion des VW-Käfer. Bis Jahresende liefen 54 Stück vom Band.
Mehr zum Thema: VW Käfer
Fotostrecke: VW Käfer-Historie (08:00)
Käfer-Melancholie (08:00)
Käfer-Chronologie (08:00)
HB WOLFSBURG. Der Käfer entwickelte sich zu einem der größten Erfolge der Autoindustrie weltweit, bis zur Produktionseinstellung 2003 fuhren 21,5 Millionen Stück aus den Werkshallen.
Im Jahr 1945 stand die Autofabrik in Wolfsburg unter der Verwaltung der britischen Armee, die schon im August 20 000 Wagen bestellt hatte. Trotz der Mangelwirtschaft verließen 1946 rund 10 000 Volkswagen die Werkshallen in Wolfsburg. Die Briten, die bis Oktober 1949 die Treuhänderschaft über die Fabrik ausübten, ermöglichten Volkswagen den Einstieg in das Exportgeschäft, als im August 1947 die ersten fünf Limousinen in die Niederlande geliefert werden konnten.
Nach der Währungsreform und dem Übergang in marktwirtschaftliche Verhältnisse legte die Fertigung deutlich zu. Das später Käfer genannte Fahrzeug machte zusammen mit dem seit März 1950 gebauten Lieferwagen Volkswagen zum Symbolunternehmen des deutschen Wirtschaftswunders. Schon 1955 feierte die Belegschaft den Bau des einmillionsten Käfers.
Nachdem 1974 in Wolfsburg und 1978 in Emden die Käferfertigung eingestellt worden war, liefen die Montagebänder zuletzt noch in Mexiko, bis auch dort am 30. Juli 2003 der letzte der 21 529 480 Wagen vom Band lief.
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| Chemikalie spürt Verdächtige auf |
gefunden in: HANDELSBLATT.de vom
5.12.2005
Neu entwickelte Flüssigkeit
Chemikalie spürt Verdächtige auf
Von Thilo Großer
Mit Hilfe von leuchtenden Markern überwachen Sicherheitskräfte großflächige Gelände aus der Luft.
DÜSSELDORF. Großereignisse wie ein Castor-Transport, Staatsbesuch oder Fußball-Länderspiel bringen tausende Menschen auf die Straßen – darunter hunderte Sicherheitskräfte auf Patrouille zur Terrorabwehr. Das Dilemma der Polizisten: Je größer das Gelände, desto schwieriger wird ihre Aufgabe. Denn in einem großen Areal lässt sich leicht etwas so kleines wie eine Rucksackbombe verstecken – die Suche nach einer Bombe entlang eines Schienenstrangs, einer Straße oder rund um ein Stadion gleicht einer Jagd auf die Nadel im Heuhaufen. Ein neues Sicherheitssystem kann den Beamten die aufwändige und gefährliche Aufgabe erleichtern. Entwickelt hat es der Chemiekonzern Lanxess, und eine Chemikalie spielt dabei die Hauptrolle.
Die neu entwickelte Flüssigkeit – Formel streng geheim – wird zunächst in dem zu überwachenden Gelände großflächig versprüht. Das ist nach Herstellerangaben für Lebewesen unbedenklich. Für das menschliche Auge ist die Flüssigkeit unsichtbar, nicht jedoch für die mit Laserlicht arbeitende Kamera, die von einem Hubschrauber aus detaillierte Bilder der Landschaft aufzeichnet.Direkt nach der Sprühaktion filmt sie das Gelände ein erstes Mal – wie ein lückenloser Teppich erscheint die leuchtende Chemikalie auf dem Computerbildschirm. Dann, Tage oder Wochen später, kurz bevor es ernst wird, erscheint das fliegende Auge ein weiteres Mal und dreht seine Runden: Das Kamerabild vergleicht die Aufnahme mit der früheren und offenbart, an welchen Stellen im Gelände sich inzwischen etwas verändert hat.
„Auffällige Stellen, die auf eine Manipulation hinweisen, können dann sofort den Sicherheitskräften zur Überprüfung gemeldet werden“, sagt Norbert Donkels, bei Lanxess für das Projekt verantwortlich. „Wenn Manipulationen stattfinden, werden zwangsläufig Steine bewegt“, sagt er. Die umgedrehten Steine fallen auf, da an der Unterseite keine lumineszierende Chemikalie haftet.
Die sichtbar gemachten Veränderungen sind Hinweise, denen weiterhin Beamte zu Fuß nachgehen müssen. Noch ist das System nirgendwo im Einsatz. Lanxess hat es gerade erst auf dem Testgelände des Rüstungskonzerns Rheinmetall in der Lüneburger Heide getestet und vorgestellt – es könnte bisherige Verfahren wie Gullydeckelversiegelung und Briefkastendemontage sinnvoll ergänzen.
„Ein Vorteil könnte darin liegen, dass nur noch erkannte, weil veränderte und dadurch auffällig gewordene Bereiche kontrolliert werden müssen und nicht mehr wie sonst das ganze Areal oder die ganze Strecke“, sagt Lutz Hansen, Berliner Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK). „Damit reduziert sich der für die Nachschau erforderliche Personalaufwand.“
Natürlich steckt nicht hinter jeder vom System erkannten „Geländemanipulation“ eine potenzielle Gefahr. Damit die Streife nicht der Spur eines Tieres nachgehen muss, soll die Software nach Angaben des Unternehmens lernfähig sein. Einmal vom Beobachter als Wildspur klassifiziert, erscheint sie künftig nicht mehr auf dem Bildschirm, sondern als unverändertes Gelände.
Kriminellen dagegen soll es nicht möglich sein, ihre Spur nachträglich zu verwischen. Selbst wenn jemand die Substanz besäße, die es nicht im Handel zu kaufen gibt, würde es nichts nützen, sie nachträglich aufzusprühen.
„Die Chemikalie hat eine eingebaute Zeitschaltuhr“, sagt Andrea Köhnen, Sprecherin von Lanxess. Sie verwittert, je nach Mischung und Konzentration, innerhalb von drei Monaten. Während sie sich biologisch abbaut, verändert sie im Auge des Laserlichts langsam ihr Erscheinungsbild – eine frische Sprühspur würde auffallen.Ein konkurrierendes System gibt es nach Unternehmensangaben nicht – auch deshalb halte man alle Details über die Chemikalie geheim. Sicher ist nur, dass sie aus einem bis auf 100 Meter auf Laserlicht empfindlichen Indikator und aus einem witterungsbeständigen, aber abbaubaren und umweltverträglichen Bindemittel besteht. Die bei Lanxess für Textilchemie zuständige Abteilung hat das Verfahren seit 2002 entwickelt. „Die Lösung leitet sich aus dem Textildruck ab“, sagt Donkels, ohne auf Details eingehen zu wollen.Lanxess hofft auf einen ersten Einsatz zur Fußball-WM. „Wir führen derzeit Gespräche mit mehreren potenziellen Anwendern“, sagt
Köhnen. Nach Ansicht des BDK-Landesvorsitzenden Hansen eignet sich das Konzept „vor allem für Ereignisse mit niedriger eingeschätzter Gefährdung“, also für die routineartige Überwachung weitläufiger Gelände. „Bei sehr hohen Gefährdungen, wenn sehr sorgfältige Kontrollen nötig sind, kann ein solches System lediglich Ergänzung sein.“ Auch die begrenzten Mittel, die für teure Hubschraubereinsätze zur Verfügung stehen, werden seiner Meinung nach verhindern, dass in Zukunft permanent ein fliegendes Auge über den Köpfen kreist. „Nicht alles kann und soll aus der Luft überwacht werden.“
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| Phaeno, größte Science Centre in Deutschland |
gefunden in: Handelsblatt Nr. 227 vom 23.11.05 Seite 19
Phaeno bietet Technik zum Anfassen
Am Freitag wird in Wolfsburg das größte Science Center Deutschlands eröffnet. 250 Stationen wecken die Lust am Experimentieren.
LARS REPPESGAARD | WOLFSBURG Phaeno-Direktor Wolfgang Guthardt steht unter Strom. In wenigen Tagen wird in Wolfsburg das mit 9 000 Quadratmetern Aktionsfläche bislang größte Science Center Deutschlands seine Pforten öffnen. Noch wird an allen Ecken und Enden gehämmert und gemalt. "Wir befinden uns im Endspurt", sagt er. Bis Donnerstag Abend zur Eröffnungsfeier soll alles fertig sein.
Trotz aller Arbeit, die noch getan werden muss, ist bereits zu erkennen, was in Zukunft die Faszination des Phaeno ausmachen soll. 250 interaktive Experimentierstationen haben die Ausstellungsmacher zusammen getragen. Virtuelle Seifenblasen, die sich anstoßen und bewegen lassen, gibt es zu sehen, quadratischer Räder oder einen Spiegel, in dem die Gesichter zweier Betrachter zu einem verschmelzen. Viele dieser Stationen haben Auszubildende von Sennheiser Electronic gebaut, die das Projekt neben weiteren Unternehmenspartnern wie Thyssen-Krupp, der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, der EnBW AG und der Volkswagen AG unterstützen.
Alle Exponate sind zwar in grobe Cluster mit Titeln wie "Energie" oder "Materie" eingeteilt, doch ähnlich wie beim großen Vorbild des Phaeno, dem Science Center Exploratorium in San Francisco, gibt es kein strenges didaktisches Konzept. "Es soll spielerisch zu gehen", sagt Guthardt. "Niemand steht hier mit einem Zeigefinger und fordert, dass dieses oder jenes gelernt werden muss." Die Organisatoren wollen vielmehr die Neugier für die Naturwissenschaft wecken und das Verständnis für die Technik fördern.
Auch die bemerkenswerte Architektur soll Neugier und Entdeckungsdrang wecken. Die Londoner Architektin Zaha Hadid hat das Phaeno so entworfen, dass es, auf gewaltigen Stützen stehend, in sieben Meter Höhe über der Stadt ruht. Die Ausstellungsfläche im Inneren greift die sanften Rundungen der Gebäudehülle allerorten wieder auf. Die Innenräume bestehen aus Plateaus, Höhlen, Terrassen und sanft geschwungenen Kratern. Immer wieder trifft der Betrachter auf Gänge, die sich geheimnisvoll um die Kurve winden, und auf Ecken, um die man spähen möchte.
Die Ausstellung ist so konzipiert, dass jeder seinen eigenen Weg durch sie gehen und die Stationen individuell ansteuern kann. Zugleich nutzen einige Exponate selbst die Architektur, etwa der Feuertornado, der vom sich wie ein flammender Wirbelsturm vom Unter- ins Obergeschoss wälzen soll.
Während Guthardt durch die Räume führt, sind die Flammen indes noch weit davon entfernt, eine mächtige, fünf Meter hohe Feuerwalze zu sein. Die Düsen des Gebläses, mit dem der Strom des Feuers kontrolliert wird, arbeiten einwandfrei, aber aus dem Gasbrenner entweicht nur ein kokelndes Flämmchen. "Bis zur Eröffnung kriegen wir auch das noch hin", sagt Guthardt zuversichtlich.
Das Phaeno ist als Public Private Partnership organisiert. Insgesamt 79 Millionen ließ sich Wolfsburg den Bau des Phaeno kosten, eine weitere Million wird in den Betrieb investiert. So viel hat noch keine deutsche Stadt in ein Science Center gesteckt. Daneben helfen Industriepartner wie Volkswagen AG und der Energieerzeuger EnBW, den laufenden Betrieb des Centers zu finanzieren. Dafür erhalten sie die Möglichkeit, im Phaeno eigene Bereiche zu gestalten.
Phaeno-Leiter Guthardt weiß, dass die Public Private Partnership ein Balanceakt ist. "Natürlich wollen die Unternehmen auch sicher stellen, dass sie in dem Projekt vorkommen", sagt er. "Ihr Engagement muss aber natürlich etwas anderes als eine Verkaufsschau oder einem Messeauftritt sein und zu der Ausstellung passen." Alles andere würde die Besucher vertreiben, und von denen sollen schließlich 180 000 Besucher pro Jahr in Wolfsburg wegen des Science Centers Station machen.
In anderen Städten haben die Betreiber bisher gute Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erlebnisparks gemacht. Den silbrige Ufo-Bau des 4 000 Quadratmeter großen Universum Science Centers Bremen besuchen im Jahr 500 000 Menschen. Das Phänomenta in Flensburg, das aus einer großen Physikspielwiese in einem restaurierten Kaufmannshof besteht, ist ähnlich erfolgreich.
Die Freizeit-Forscher des British American Tobacco Freizeit-Forschungsinstitutes (BAT) in Hamburg warnen jedoch in ihrem jährlich publizierten "Freizeitmonitor" vor einer sich abzeichnenden Science-Center-Übersättigung. "Würden alle weiteren Vorhaben dieser Art verwirklicht, dann müsste jeder Deutsche zweimal im Jahr ein solches Center besuchen, damit alle sich rechnen", sagt Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Referent des BAT-Institutes.
Das Phaeno könnte vor diesem Hintergrund gerade noch rechtzeitig seine Pforten geöffnet haben. Anders sieht es dagegen möglicherweise in Hamburg aus. Die Stadt plant den Bau eines Science Centers im neu entstehenden Stadtteil Hafen-City. Es soll 2009 eröffnet werden. Von der Zugkraft der auf 7 700 Quadratmeter geplanten Einrichtung allein scheint man dort allerdings nicht überzeugt zu sein: So soll das Planetarium mit seiner Simulation des Sternenhimmels in den Neubau am Hafen umziehen - und seine Gäste mitbringen.
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| Warme Luft bringt Wasser zum Kochen |
gefunden in: HANDELSBLATT-ONLINE vom 21.11.05
Warme Luft bringt Wasser zum Kochen
KASSEL. Am Institut für Thermische Energietechnik der Universität Kassel wurde eine solarthermische Anlage entwickelt, die auch nachts warmes Wasser liefert. Das System arbeitet bereits in einem Fernheizkraftwerk der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, das Haushalte mit warmem Wasser für die Dusche und das Wäschewaschen versorgt. „Die Anlage produziert konkurrenzlos günstig Sonnenenergie: Eine Kilowattstunde kostet etwa einen Cent“, sagt Entwickler und Energietechniker Klaus Vajen.
Die Kasseler Forschergruppe setzt auf eine Kombination aus Luftkollektor, Luft-Wasser-Wärmeübertragung und einen Solarkollektor, durch den Wasser fließt. „Das alles sind Standardkomponenten, die von uns miteinander verbunden und in ihrer Wirkung optimiert worden sind“, sagt der Techniker. Der Luftkollektor saugt Außenluft an, die durch Sonnenstrahlen bis auf 45 Grad erwärmt wird. Im Luft-Wasser-Wärmeübertrager lässt die angesaugte Luft die Temperatur des Wassers auf etwa 20 Grad steigen. Im Solarkollektor schließlich wird das Wasser durch Sonneneinstrahlung auf 35 Grad gebracht.
Anschließend wird es auf herkömmlichem Wege auf 60 Grad erhitzt, um es über Fernwärmerohre in die Haushalte zu leiten. „Durch die solarthermische Vorwärmung muss für die Endtemperatur bis zu einem Drittel weniger fossiler Brennstoff als üblich verwendet werden“, sagt Vajen. Selbst nachts bringt die Anlage ein Viertel der maximalen Tagesleistung. Der Trick: Die von der Sonne erwärmte Umgebungsluft des Tages wird weiter genutzt. „Damit erreichen wir eine bisher nie da gewesene Effizienz“, sagt Vajen.
Allerdings: In kühlen Ländern oder im Winter bringt diese Technik nichts. Und: Die Anlage macht nur Sinn, wenn sie an ein so genanntes offenes Fernwärmenetz angeschlossen ist. „Dieser Typ von Fernwärmenetz findet sich in fast jeder zweiten Stadt der ehemaligen Sowjetunion. Hier gibt es ist ein großes Marktpotenzial“, sagt Vajen. clo
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