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gefunden in: handelsblatt.com vom 31.08.2006
MIMIK – DIE LAUTLOSE SPRACHE DES GESICHTS
Mienenspiel Die sichtbaren Bewegungen der Gesichtsoberfläche nennt man Mimik. In den meisten Fällen entsteht ein Gesamteindruck aus mimischen Facetten, da die einzelnen Bewegungen der Gesichtsmuskulatur in Sekundenbruchteilen ablaufen. Der Gesichtsausdruck kann zusammen mit anderen Verhaltensweisen und Handlungen wie Gestik ein wichtiger Bestandteil der nonverbalen, manchmal unbeabsichtigten Kommunikation sein. Mimik ist Ausdruck einer Gefühlslage, manchmal auch bestimmter Wünsche und wird so zu einer grundlegenden, jedoch unwillkürlichen Art der Kommunikation. Die Stirn zu runzeln bedeutetTadel, die Unterlippe vorzuschieben Ungläubigkeit, die Nase zu rümpfen Abscheu, weit aufgerissene Augen beim Gespräch beweisen zornige Erregung (Bild). Die Mimik ist sozial bedeutsamer, als unsere Fixierung auf die gesprochene Sprache vermuten lässt. Mit ihrer Appellfunktion ist sie die erste Mitteilungsform zwischen Kind und Eltern.
Defizit der Autisten Dass Autisten oft rätselhaft, unnahbar und emotionslos erscheinen, liegt auch an deren eingeschränkter Mimik, die zu den diagnostischen Kriterien der Erkrankung gehört. Ihr Blick wirkt daher eigenartig starr, ihr Gesichtsausdruck der Situation nicht angemessen – und auch bei anderen für die nonverbale Kommunikation wichtigen Zeichen wie der Körpersprache zeigen sich oft Auffälligkeiten. Vielleicht scheitern wir „Neurotypischen“ also exakt an dem Punkt, der Menschen mit autistischen Störungen so große Schwierigkeiten bereitet. Wir können nicht richtig lesen, was in ihnen vor sich geht. Mit dem Unterschied, dass uns deshalb niemand mangelnde Empathie
weitere Info: Im Handelsblatt Nr. 168 vom 31.08.2006, Seite 9
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